Station 8

Die Orgeln

In der Kirche werden  regelmässig Konzerte gegeben. Mehr dazu findet sich bei der Curslacker Abendmusik.

1622

Die erste Orgel wird in der Kirche St. Johannis eingeweiht. Sie wird auf einer neu errichteten Empore südlich des Altars aufgestellt. Die Empore trägt heute eine andere Orgel. Die alten Stützen mit den geschnitzten Konsolen, als auch das Ornament an der Schwelle sind mit den alten Inschriften noch genauso erhalten wie damals. Vermutlich wurde die Orgel vom Hamburger Orgelbaumeister Hans Scherer errichtet. Curslack besaß damit die erste Orgel in ganz Vierlanden.

1640

Schon 20 Jahre später war eine Reparatur und Verbesserung fällig. Diese wurde vom Orgelbaumeister Michael Beringel aus Lüneburg durchgeführt.

Zimbelstern

Die vier Bälge mussten überholt werden, außerdem wurde ein Zimbelstern angefügt. Danach hatte die Orgel bereits 14 Register

 

Kleine Orgel

1736

Nach langer Vernachlässigung war die Orgel in so schlechtem Zustand, dass man sich quasi zu einem Neubau entschloss. Zu diesem behufe wurde im Westteil der Kirche eine neue, größere Empore errichtet. Verpflichtet wurde der Orgelbaumeister August Wilhelm Bünting. Dieser versuchte nun aus den noch brauchbaren Teilen eine neue Orgel entstehen zu lassen. Letztendlich hatte die überholte Orgel im großen und ganzen noch die gleiche Disposition, allerdings kam noch ein Krumbhorn 8`hinzu und das Pedal wurde nach der langen Oktave eingerichtet.

1776

Eine weitere Reparatur wird vom Orgelbaumeister Johann Paul Geycke durchgeführt. Dabei wurde vermutlich die hintere Lade erneuert. Außerdem erhielt die Orgel ein weiteres Register und 11 Pfeifen in den Pedaltürmen wurden ausgetauscht.

Spieltisch der großen Orgel

Der alte zweimanualige Spieltisch wurde auch weiterhin beibehalten. Die Tasten sind mit Schildplatt und Elfenbein belegt und an der Front mit gepresstem Leder verziert. Die Klaviaturbacken tragen Elfenbein- und Palisanderintarsien.

 

Große Orgel

1803

Die Kirche feiert Jubiläum. Zu diesem Fest wird die Orgel vom Orgelbaumeister Joachim Wilhelm Geycke, Sohn des obigen Orgelbaumeisters, überholt.

1812

Ein neuerlicher großer Umbau steht an. Joachim Wilhelm Geycke beginnt den Umbau, verstirbt aber während der Arbeiten und wird vom Orgelbaumeister Johann Heinrich Wohlien abgelöst. Übernommen wurden bei diesem Umbau nur die hintere Lade, die Puffer und die Klaviere. Des weiteren wurden 10 Register übernommen. Es wurde aber sicher mehr altes Gut übernommen, denn bereits nach 64 Jahren ist die Orgel wieder ein Wrack.

1854

In diesem Jahr mussten die Blasebälge komplett ausgetauscht werden.

1878

Ein weiterer großer Umbau steht an. Diesmal wird der Orgelbaumeister Götzel bemüht. Da der Boden der Orgelempore gesackt ist, werden gleich beide Baustellen in Angriff genommen. Die Bälge werden überarbeitet, alle Kanäle werden erneuert, die Windladen umgearbeitet und das Regiewerk gründlich verbessert. Dabei wurde auch die Registratur nach den neuen Stimmen eingerichtet und neu benannt. Des weiteren wurde ein neues Pedal-Klavier und eine Wippenkoppel eingebaut. Von kleinen Reparaturen an den Pfeifen und dem Austausch aller Metallschrauben wird berichtet.

1903

Das 300-jährige Kirchenjubiläum steht an. Ein erneuter Eingriff war nötig. Den Auftrag erhielt der Orgelbaumeister Albert Stallmann, nachdem der Organist der Kirche St. Nicolai ein vernichtendes Urteil über unsere Orgel schrieb. Ein tiefer Eingriff in das ganze Klanggefüge der Orgel war nötig.

1914

Die Orgelpfeifen werden als Rohmaterial für kriegswichtige Zwecke abgegeben. Die Prospektpfeifen konnten erst 1924 wieder ersetzt werden.

1927

Die Blasebälge werden nicht mehr von freiwilligen Helfern getreten, da ein Elektromotor bewilligt wurde.

1932

Reinigung und Generalstimmung durch Orgelbaumeister Karl Schwenger.

1963

Die Orgel versagt im Neujahrsgottesdienst und kann nicht mehr repariert werden. Die Orgelbaufirma Alfred Führer aus Wilhelshaven legt die Orgel nieder und befindet, dass nur noch die alten Windladen und der Spieltisch Verwendung finden können. Das gesamte Pfeifenmaterial, die mechanischen Teile, sowie das Gebläse samt Blasebalg müssen komplett erneuert werden.

Nach einer Erweiterung der Orgelempore entstand nun ein fast neue Orgel. Die Disposition geht auf den Kirchenmusikdirektor Friedrich Bin zurück:

I Hauptwerk C–
1. Prinzipal 8′
2. Rohrflöte 8′
3. Oktave 4′
4. Spitzflöte 4′
5. Flachflöte 2′
6. Sesquialtera II
7. Mixtur IV 113
8. Trompete 8′
II Oberwerk C–
9. Gedackt 8′
10. Blockflöte 4′
11. Prinzipal 2′
12. Quinte 113
13. Scharff III 23
14. Dulcian 8′
Tremulant
Pedal C–
15. Subbass 16′
16. Prinzipal 8′
17. Oktave 4′
18. Rauschpfeife III 2′
19. Fagott 16′

Koppeln II/I, I/P

Hörprobe große Orgel:

Olga Persits spielt von Carl Philip Emanuel Bach den ersten Satz der Orgelsonate F-Dur. Eine Aufnahme der Curslacker Abendmusik vom 5.5.2018:

 

Die Disposition der kleinen Orgel lautet:

Manual C–
1. Gedackt B/D 8′
2. Prinzipal B/D 4′
3. Rohrflöte B/D 4′
4. Oktave B/D 2′
5. Mixtur IV
Pedal C–
6. Subbass 16′
7. Subbass 8′

Koppeln: I/P

Hörprobe kleine Orgel:

Olga Persits spielt von Jan Peterszoon Sweelinck “Unter der Linden grüne”.Eine Aufnahme der Curslacker Abendmusik vom 5.5.2018:

 

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